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	<title>Leipzig Archive - Das tapfere Schreiberlein</title>
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	<title>Leipzig Archive - Das tapfere Schreiberlein</title>
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		<title>Sophie Passmann vs. Jürgen Roth: Altherrenhumor und Feminismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Detlef Köhne]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Aug 2019 18:11:29 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Buchmesse]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Die Passmann ist hohl. Die hat nie was gelernt und kann nichts. Wieso äußert die sich überhaupt zu dem Thema? Die hat doch nichts zu sagen, die ist dumm, die weiß absolut nichts.&#8220; So und so ähnlich äußerte sich der Autor Jürgen Roth[1] in einem Gespräch, dass ich mit ihm am 22. März dieses Jahres [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.dastapfereschreiberlein.de/2019/08/06/sophie-passmann-vs-juergen-roth-humor-social-media-und-feminismus/">Sophie Passmann vs. Jürgen Roth: Altherrenhumor und Feminismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dastapfereschreiberlein.de">Das tapfere Schreiberlein</a>.</p>
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<p>&#8222;Die Passmann ist hohl. Die hat nie was gelernt und kann nichts. Wieso äußert die sich überhaupt zu dem Thema? Die hat doch nichts zu sagen, die ist dumm, die weiß absolut nichts.&#8220; So und so ähnlich äußerte sich der Autor Jürgen Roth<a href="#_ftn1" id="_ftnref1">[1]</a> in einem Gespräch, dass ich mit ihm am 22. März dieses Jahres in der Pause einer Lesung im Rahmenprogramm &#8222;Leipzig liest&#8220; der Leipziger Buchmesse 2019 über die Feministin, Moderatorin, Autorin und Satirikerin Sophie Passmann führte.</p>



<p>Bei besagter Lesung, deren Ohrenzeuge ich war, hatte Jürgen Roth in einem seiner Texte mächtig über Sophie Passmann vom Leder gezogen. Sein Zorn, oder vielmehr seine Häme richtete sich gegen Passmanns jüngst erschienenes Buch &#8222;Alte weiße Männer&#8220;, von dem er sich offenbar persönlich angegriffen und auf den Schlips getreten fühlt, und gegen ein Interview, das die Autorin dazu kürzlich der Leipziger Volkszeitung gegeben hat<a href="#_ftn2" id="_ftnref2">[2]</a>.</p>



<p>Bisher habe ich Jürgen Roths Texte nie als plump empfunden. Doch dieser Text war anders. Übergriffig, beleidigend, weinerlich …&#8220;</p>



<p>Ich habe Jürgen Roth an diesem Abend nicht zum ersten Mal bei einer Lesung gehört. Seine Texte habe ich dabei weder als plump noch polemisch in Erinnerung, doch dieser Text war anders. Handwerklich dünn, ungeschlacht, plump; inhaltlich unsachlich, übergriffig, beleidigend, weinerlich. Mir stieß der Text insbesondere seiner auf die Person Passmanns bezogenen unverhüllten Feindseligkeit ziemlich sauer auf, sodass ich es erwog, die Veranstaltung in der Pause zu verlassen. Die Freund*innen, mit denen ich dort war und das Gastgeberpaar, das ich von Lesungen der vergangenen Jahre kenne, bewog mich jedoch dazu zu bleiben und mit dem Autor über meinen Unmut zu reden. So kam es in der Küche des Veranstaltungsortes zum Gespräch zwischen mir und Herrn Roth, in dem er sich jedoch nicht etwa zurücknahm, sondern noch persönlicher nachlegte mit besagten &#8222;die ist doch dumm&#8220;-Tiraden.</p>



<p>Sophie Passmann hatte ich an demselben Nachmittag auf der Leipziger Buchmesse beim taz-Gespräch erlebt. Sie hatte dort im Gespräch mit Peter Unfried, Chefreporter der taz, eben jenes Buch &#8222;Alte weiße Männer&#8220; vorgestellt und sich nach meinem Empfinden als redegewandte und souveräne Stimme des modernen Feminismus präsentiert. Schlagfertig, fundiert und hellwach, egal, wie man inhaltlich zu ihren Statements stehen mag. Wie Jürgen Roth zu dem wenig differenzierten Urteil kommen kann, &#8222;die sei doch dumm&#8220;, mag sich mir nicht erschließen.</p>



<p>Ich betrachte mich selbst als Feminist, insofern sollte es nicht verwundern, dass ich mich thematisch tendenziell eher auf Seiten Frau Passmanns sehe, aber ich weiß durchaus auch den ein oder anderen Text von Jürgen Roth zu schätzen. Hätte er sich inhaltlich pointiert und scharfzüngig mit Passmanns Arbeit auseinandergesetzt, hätte ich vermutlich keinen Anstoß daran genommen. Hat er aber nicht.</p>



<p>Was war hier los? Was hatte den abgeklärten Wortakrobaten Jürgen Roth, der durchaus in der Lage ist, feine Sätze zu schreiben, dazu gebracht, einen derart ungehobelten Text in dem beleidigten Tonfall eines abgekanzelten Jünglings abzusondern, der gerade von seiner Flamme den Laufpass bekommen hat?</p>



<p>Wie ich später durch eine kurze Internetrecherche herausfand, gibt es zu Roths Text eine Vorgeschichte. So hatte Jürgen Roth seinen Text nicht erst für diese Lesung in Leipzig geschrieben, er war einige Tage zuvor in der überregionalen Tageszeitung &#8222;Junge Welt&#8220; erschienen<a href="#_ftn3" id="_ftnref3">[3]</a>, und er war offensichtlich die uninspirierte Retourkutsche auf einen Beitrag Passmanns in der Wochenzeitung &#8222;der Freitag&#8220;<a href="#_ftn4" id="_ftnref4">[4]</a>, in dem sie sich wenig zart aber inhaltlich fundiert mit Jürgen Roth und dessen ihrer Auffassung nach antiquierten Vorstellung von Humor, Satire und Parodie auseinandergesetzt hatte. Passmanns Text wiederum war eine Reaktion auf einen Abgesang auf die Kunstform der Satire in Deutschland gewesen, den Jürgen Roth 2018, ebenfalls in &#8222;der Freitag&#8220;<a href="#_ftn5" id="_ftnref5">[5]</a> angestimmt hatte, anlässlich der Entlassung des Karikaturisten Dieter Hanitzsch bei der Süddeutschen Zeitung. Hanitzsch war bei der Süddeutschen wegen einer umstrittenen Karikatur in Ungnade gefallen.</p>



<p>Nun muss man weder die Entlassung Dieter Hanitzschs bei der Süddeutschen wegen einer missglückten Karikatur gut finden – auch ich finde die Maßnahme überzogen – noch muss man alles gut finden, was Sophie Passmann zum Thema Feminismus im Allgemeinen und alte weiße Männer im Besonderen äußert. Aber auch ohne die inhaltliche Bewertung der Standpunkte der Kontrahenten Passmann vs. Roth zu bewerten, vermag ich einen qualitativen Unterschied in der Art und Weise der Auseinandersetzung durchaus zu erkennen. Und eine Methode.</p>



<p>Es geht Roth nicht um die Auseinandersetzung mit dem Thema Humor und Satire, und schon gar nicht um eine Auseinandersetzung mit dem Feminismus. Roth macht gar nicht erst den Versuch einer <em>inhaltlichen</em> Abrechnung mit Sophie Passmann. Nein, dessen ist sie nicht würdig. Stattdessen wird sie als Person selbst diskreditiert, ihre Kompetenz nicht nur infrage gestellt, sondern per se als nicht vorhanden behauptet und ihr das Recht abgesprochen, am Tisch der Diskursteilnehmer überhaupt Platz zu nehmen. Zusätzlich wird die Entwertung der Sache als solche betrieben, durch Ironisierung, Bagatellisierung, Marginalisierung. Nicht zuletzt werden auch die Plattformen mit denen Passmann arbeitet, Twitter, Facebook, Instagram, dergestalt abgewertet, dass sie als irrelevante und substanzlose &#8222;Plapperkanäle&#8220; des Internets verhöhnt werden.</p>



<p>Nein, hier ist ein Bewahrer am Werk. Sozusagen alter weißer Mann at work. Ich erlebe in Jürgen Roths zitierten Artikeln und meinem persönlichen Gespräch mit ihm die nicht gespielte Fassungslosigkeit eines Mannes, der sich als Künstler versteht, der seit Jahrzehnten Sätze zu Papier bringt, über die sich die Leute ganz selbstverständlich stets amüsiert haben, dessen Humor aber plötzlich durch eine junge Feministin infrage gestellt wird, und dem in seiner Not nicht viel mehr einfällt, als wütend zu knurren und um sich zu beißen, wie ein alternder Hofhund, der nicht einsehen mag, dass sein Gebell, mit dem er den Hof in der Vergangenheit zwar wenig originell aber immerhin erfolgreich bewacht hat, plötzlich nicht mehr gebraucht wird, seit der Bauer eine Alarmanlage hat.</p>



<p>Die sozialen Medien in ihrer ganzen sozialen Dimension dabei als Ansammlung von Plapperkanälen zu begreifen, als wären sie etwas, das wieder weggeht, wenn man sie nur lange genug ignoriert oder sich darüber lustig macht, ist ein weiterer Fehlschluss, den spätestens anlässlich der Europawahlen in diesem Jahr auch namhaftere Personen als Jürgen Roth auf die harte Tour lernen mussten. Es wird Jürgen Roth weder gelingen, Sophie Passmann wegzulästern, noch das Thema Feminismus oder die Plapperkanäle des Internets. Der Versuch zeugt für mich von der Hilflosigkeit sich unverstanden fühlender Dinosurier angesichts der Herausforderungen durch moderne Menschen, Frauen wie Männern, die nicht länger akzeptieren, dass Politiker<em>innen mit ihnen ausschließlich an Marktständen diskutieren wollen und dass Autor</em>innen Witze wie in den siebziger Jahren machen.</p>



<p>Und der Feminismus? Feminismus kann und darf nicht als etwas verstanden werden, dass sinnvolle Alternativen zulässt. Feminismus ist keine Modeerscheinung. Dem Feminismus, dem Eintreten für die Rechte der Frauen und deren praktischer Umsetzung, liegt eine ganz einfache Tatsache zugrunde: Frauen stellen die Hälfe der Weltbevölkerung. Sie haben dasselbe Recht wie die Männer auf Teilhabe an der Gesellschaft, Kultur, Medien, Zugang zu Gremien, Ämtern und Funktionen etc. Und ihnen gehört die Hälfte der Macht. Ihnen diese Rechte vorzuenthalten ist ein Akt männlicher Gewalt, den es zu beenden gilt. Punkt. Ende der Durchsage.</p>



<p>Love</p>



<p><strong><em>Detlef Köhne</em></strong></p>



<p>Fußnoten:</p>



<p><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Gemeint ist der Autor <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Roth_(Schriftsteller)" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jürgen Roth</a>, nicht der 2017 verstorbene <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Roth_(Publizist)" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Publizist gleichen Namens</a></p>



<p><a href="#_ftnref2" id="_ftn2">[2]</a> <a href="https://www.lvz.de/Nachrichten/Politik/Sophie-Passmann-Der-alte-weisse-Mann-sieht-sich-als-Mittelpunkt-des-Universums" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Leipziger Volkszeitung vom 08.03.2019</a></p>



<p><a href="#_ftnref3" id="_ftn3">[3]</a> <a href="https://www.jungewelt.de/artikel/350751.sprachkritik-eine-nummer-sophie-passmann-f%C3%BCr-metaebenen-bekannt.html?sstr=sophie%7Cpassmann%7Cmetaebenen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Junge Welt&#8220; vom 11.03.2019</a></p>



<p><a href="#_ftnref4" id="_ftn4">[4]</a> <a href="https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/greiser-horizont" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;der Freitag&#8220;, Ausgabe 25/2018</a></p>



<p><a href="#_ftnref5" id="_ftn5">[5]</a> <a href="https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/inquisitorischer-wahn" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;der Freitag&#8220;, Ausgabe 23/2018</a></p>



<p></p>
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		<title>Nach der Messe ist vor der Messe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Detlef Köhne]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Mar 2019 13:32:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Letztes Jahr schrieb ich vollmundig, ich würde zur Leipziger Autorenrunde des Jahres 2018 noch einen ausführlichen Artikel verfassen. Nun ja, schaffe ich nicht mehr. Jetzt steht bereits die nächste Autorenrunde vor der Tür, und den Blogartikel gibt es immer noch nicht. Aber nach der Messe ist vor der Messe und ich bin wieder mit von [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Letztes Jahr <a href="https://www.dastapfereschreiberlein.de/2018/03/18/was-von-einer-buchmesse-uebrig-bleibt/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">schrieb ich vollmundig</a>, ich würde zur Leipziger Autorenrunde des Jahres 2018 noch einen ausführlichen Artikel verfassen. Nun ja, schaffe ich nicht mehr. Jetzt steht bereits die nächste Autorenrunde vor der Tür, und den Blogartikel gibt es immer noch nicht. Aber nach der Messe ist vor der Messe und ich bin wieder mit von der Partie, auch bei der <a href="http://leipziger-autorenrunde.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leipziger Autorenrunde,</a> der Autorenkonferenz der Leipziger Buchmesse, und ich freue mich sehr. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.0.3/72x72/1f600.png" alt="😀" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
<p>Ich treibe mich bereits seit Sonntag in der Stadt herum und fiebere der Eröffnung der Buchmesse am kommenden Donnerstag entgegen. Falls ihr mich dort oder in der Stadt treffen möchtet: ich habe die Woche der bunten Socke ausgerufen und bin an selbigen erkennbar. Ihr braucht also nur bei jedem alten weißen Kerl, der euch so begegnet, ein Hosenbein hochzuraffen und schon wisst ihr, ob ich es bin.</p>
<p>Ein fertiges Manuskript, mit dem ich arglosen Lekor*innen oder Verleger*innen auflauern könnte, habe ich leider nicht im Gepäck, aber die Geschichte vom erloschenen Kind bzw. dem Überschriebenen (einen endgültigen Titel gibt es noch nicht) nimmt weiter Gestalt an. Vier neue Kurzgeschichten gibt es ebenfalls, aber nur für Abonnent*innen meines <a href="https://www.dastapfereschreiberlein.de/newsletter/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Newsletters</a>, also rasch anmelden und auf dem Laufenden bleiben. Die beiden neuesten Kurzgeschichten habe ich erst gestern raufgeladen. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.0.3/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>
<p>Bis dann auf der Messe?!</p>
<p>Love</p>
<p>Schreiberlein</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.dastapfereschreiberlein.de/2019/03/19/nach-der-messe-ist-vor-der-messe/">Nach der Messe ist vor der Messe</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dastapfereschreiberlein.de">Das tapfere Schreiberlein</a>.</p>
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		<title>Was von einer Buchmesse übrig bleibt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Detlef Köhne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Mar 2018 20:23:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Die Leipziger Buchemesse 2018 (15. &#8211; 18.03.2018) ist Geschichte. Jetzt, wo ich dies am Messesonntag während meiner Heimreise im Zug niederschreibe (begonnen um 17.45 Uhr), begeben sich allmählich auch die letzten Unentwegten zu den Ausgängen und sagen Goodbye. In der Timeline häufen sich die Tweets von lieben Büchermenschen, die traurig sind, dass die Messe schon [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.dastapfereschreiberlein.de/2018/03/18/was-von-einer-buchmesse-uebrig-bleibt/">Was von einer Buchmesse übrig bleibt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dastapfereschreiberlein.de">Das tapfere Schreiberlein</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Leipziger Buchemesse 2018 (15. &#8211; 18.03.2018) ist Geschichte. Jetzt, wo ich dies am Messesonntag während meiner Heimreise im Zug niederschreibe (begonnen um 17.45 Uhr), begeben sich allmählich auch die letzten Unentwegten zu den Ausgängen und sagen Goodbye. In der Timeline häufen sich die Tweets von lieben Büchermenschen, die traurig sind, dass die Messe schon weider vorbei ist, und dass sie sich jetzt von all den Büchern, von den liebevoll gestalteten Ständen, den Bühnen, dem Gewühl in den Gängen, von Vorträgen, Gesprächen, Lesungen und Präsentationen verabschieden und wieder nach Hause in den Alltag zurückkehren müssen. Und auch von neu gefundenen oder wiedergetroffenen Freundinnen, Freunden und Gleichgesinnten.</p>
<p>Für mich war gestern schon der letzte Messetag, denn obwohl ich am heutigen Sonntag noch in Leipzig war, musste ich den Tag leider der Heimreise widmen. Leipzig ist in den letzten Tagen komplett eingeschneit, gestern war der Hauptbahnhof zeitweise geschlossen. Sicherheitshalber habe ich mich daher schon heute Mittag auf den Weg quer durch die Republik heim nach Köln gemacht. Und auch mir ist das Herz schwer.</p>
<p><figure id="attachment_1772" aria-describedby="caption-attachment-1772" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="http://www.dastapfereschreiberlein.de/wp-content/uploads/2018/03/DSC_0019.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-1772 size-medium" src="http://www.dastapfereschreiberlein.de/wp-content/uploads/2018/03/DSC_0019-300x169.jpg" alt="Leipziger Autorenrunde 2018" width="300" height="169" srcset="https://www.dastapfereschreiberlein.de/wp-content/uploads/2018/03/DSC_0019-300x169.jpg 300w, https://www.dastapfereschreiberlein.de/wp-content/uploads/2018/03/DSC_0019-768x432.jpg 768w, https://www.dastapfereschreiberlein.de/wp-content/uploads/2018/03/DSC_0019-1024x576.jpg 1024w, https://www.dastapfereschreiberlein.de/wp-content/uploads/2018/03/DSC_0019-1080x608.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1772" class="wp-caption-text">Die Leipziger Autorenrunde im Saal 1 des Congress Center Leipzig (CCL) auf der Leipziger Buchmesse</figcaption></figure></p>
<p>Neben dem Besuch der Messehallen und einiger Lesungen im Rahmenprogramm &#8222;Leipzig liest<em>&#8220; </em>habe ich gestern erstmalig die <a href="http://leipziger-autorenrunde.de/" target="_blank" rel="noopener"><em>Leipziger Autorenrunde</em></a> besucht (#lar18), eine ganztägige Autorenkonferenz am Messesamstag im Kongresszentrum der Leipziger Messe. In insgesamt 54 Tischrunden, von denen man sich sechs aussucht, werden alle möglichen Themen rund um die Schriftstellerei vorgestellt, ausgeleuchtet und diskutiert. Dazwischen und danach besteht Gelegenheit zum Austausch mit Gleichgesinnten.</p>
<p>Über die Autorenrunde, ihre Themen und Referentinnen werde ich sicherlich in den nächsten Tagen noch einmal einen gesonderten Artikel schreiben, im Moment nur so viel: Es war wunderbar. Viel gelernt oder bestätigt gefunden, viele tolle Gespräche geführt und neue Kreativität und neue Ideen geschöpft oder von anderen abgelauscht (sorry, Anke Gasch, Chefredakteurin der <a href="http://autorenwelt.de" target="_blank" rel="noopener">Federwelt</a>, <a href="https://twitter.com/DieFederwelt" target="_blank" rel="noopener">@DieFederwelt</a>, falls ich mich tatsächlich über die Geschichte mit Oma Agnes hermachen sollte; vielleicht macht ihr mit der Federwelt einen Schreibwetttbewerb mit einer Anthologie der schönsten Umsetzungen draus? :). Und lecker Süppchen, Kaffee, Kuchen und Kaltgetränke gab&#8217;s auch noch.</p>
<p>Ach, was darf ich mich doch so glücklich schätzen, dort und bei den Lesungen mit den wunderbaren Schriftstellerkolleginnen Ricarda (<a href="https://twitter.com/schreibsuechtiQ" target="_blank" rel="noopener">@schreibsuechtiQ</a>), Wiebke (<a href="https://twitter.com/Gedankenwaelder" target="_blank" rel="noopener">@Gedankenwaelder</a>), Toni (<a href="https://twitter.com/little_edition" target="_blank" rel="noopener">@little_edition</a>), Jana (<a href="https://twitter.com/ISternchenI" target="_blank" rel="noopener">@ISternchenI</a>), Julia (<a href="https://twitter.com/JuliaInNathen" target="_blank" rel="noopener">@JuliaInNathen</a>), Zippi (<a href="https://twitter.com/JZipperling" target="_blank" rel="noopener">@JZipperling</a>), Kia (<a href="https://twitter.com/KiaKahawa" target="_blank" rel="noopener">@KiaKahawa</a>), Ivy (<a href="https://twitter.com/schreiberin_ivy" target="_blank" rel="noopener">@schreiberin_ivy</a>), BlueSiren (<a href="https://twitter.com/blues1ren" target="_blank" rel="noopener">@blues1ren</a>), Magret (<a href="https://twitter.com/magretkind" target="_blank" rel="noopener">@magretkind</a>) und vielen mehr zusammengetroffen zu sein, die im wirklichen Leben mindestens genauso nett, herzlich und einnehmend sind wie ich sie auf Twitter kennengelernt habe (jaaa, okay, mir ist auch schon aufgefallen, dass das ausschließlich Frauen sind; kann ich doch nichts für, wenn die so dufte sind :).</p>
<p><figure id="attachment_1771" aria-describedby="caption-attachment-1771" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://www.dastapfereschreiberlein.de/wp-content/uploads/2018/03/DSC_0015.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-1771 size-medium" src="http://www.dastapfereschreiberlein.de/wp-content/uploads/2018/03/DSC_0015-300x169.jpg" alt="Leipzig im Schnee" width="300" height="169" srcset="https://www.dastapfereschreiberlein.de/wp-content/uploads/2018/03/DSC_0015-300x169.jpg 300w, https://www.dastapfereschreiberlein.de/wp-content/uploads/2018/03/DSC_0015-768x432.jpg 768w, https://www.dastapfereschreiberlein.de/wp-content/uploads/2018/03/DSC_0015-1024x576.jpg 1024w, https://www.dastapfereschreiberlein.de/wp-content/uploads/2018/03/DSC_0015-1080x608.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1771" class="wp-caption-text">Leipzig im Schnee</figcaption></figure></p>
<p>Ja, und dann ist plötzlich wieder alles vorbei. Tränchen werden zerdrückt, virtuell in der Timeline und auch ganz real. Denn man fühlt sich merkwürdig leer, wenn plötzlich hinter einem liegt, worauf man sich wochenlang gefreut hat und was dann auch genau so zauberhaft war, wie man es sich gewünscht hat. Mir ging es gestern Abend so, als ich von der Autorenrunde kam, am Hauptbahnhof aus einer quälend vollen Tram gespuckt wurde, mich erst mal aus dem Gewühl befreien musste und dann ganz plötzlich irgendwo mutterseelenallein und verloren auf einem windgepeitschen eisigen Platz stand und mich fragte, was ich nun tun sollte. Am liebsten wäre ich wieder zurückgefahren, aber das wäre keine Lösung gewesen, denn alle anderen waren fort.</p>
<p><figure id="attachment_1773" aria-describedby="caption-attachment-1773" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" class="wp-image-1773 size-medium" src="http://www.dastapfereschreiberlein.de/wp-content/uploads/2018/03/DSC_0048_2-300x169.jpg" alt="" width="300" height="169" srcset="https://www.dastapfereschreiberlein.de/wp-content/uploads/2018/03/DSC_0048_2-300x169.jpg 300w, https://www.dastapfereschreiberlein.de/wp-content/uploads/2018/03/DSC_0048_2-768x432.jpg 768w, https://www.dastapfereschreiberlein.de/wp-content/uploads/2018/03/DSC_0048_2-1024x576.jpg 1024w, https://www.dastapfereschreiberlein.de/wp-content/uploads/2018/03/DSC_0048_2-1080x608.jpg 1080w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-1773" class="wp-caption-text">&#8222;Lassen Sie mich durch, ich bin Autor!&#8220;</figcaption></figure></p>
<p>Nachdem ich eine Viertelstunde ziellos und verfroren durch die Gassen gegangen war &#8211; obwohl Samstagabend, waren bei Schnellfall und schneidendem Wind nur wenig Menschen unterwegs &#8211; kehrte ich in einen Irish Pub ein, wo ich etwas erlebte, das mich aus dem Loch wieder herausholte und meine Rettung vor dem Messeblues war. Der Pub war rappelvoll, gestern war St. Patrick&#8217;s Day, und ich hatte nach dem zweiten Pint Guinness bereits bezahlt, als mich eine junge Frau vom Nachbartisch ansprach. Sie hatte meinen Button mit der Aufschrift &#8222;Lassen Sie mich durch &#8211; ich bin Autor&#8220; gesehen, den ich  noch trug, und wollte von mir wissen, was ich als Autor so tue und wie man es anstellt, ein Buch zu schreiben. Wir unterhielten uns zwanzig Minuten angeregt bei brüllend lauter Live-Musik über die Welt der Bücher und mein Abend war gerettet.</p>
<p>Was zeigt uns das? Auch wenn man jetzt erst mal loslassen muss und es weh tut, tolle Büchermenschen trifft man überall! Jetzt kann ich mich auf mein behagliches Zuhause, einen schönen Kaffee oder eine dampfende Tasse heißen Kakao freuen. Und aufs Schreiben! Und auf euch in der Timeline! Und spätestens nächstes Jahr sehen wir uns alle wieder!</p>
<p>Love</p>
<p>Schreiberlein</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.dastapfereschreiberlein.de/2018/03/18/was-von-einer-buchmesse-uebrig-bleibt/">Was von einer Buchmesse übrig bleibt</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dastapfereschreiberlein.de">Das tapfere Schreiberlein</a>.</p>
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