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	<title>Konzept Archive - Das tapfere Schreiberlein</title>
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		<title>Rohfassung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Detlef Köhne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 May 2008 10:58:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Neulich von einer Bekannten auf die Frage angesprochen, wie weit denn meine Kurzgeschichte sei, antwortete ich ihr, die Rohfassung sei soweit fertig, aber ob ich die ganze Überarbeiterei bis zum Einsendeschluss schaffe, wisse ich noch nicht. Daraufhin fragte sie mich, ob ich denn dann wenigstens die Rohfassung zum Wettbewerb einschicken würde. Schaudernd wich ich zurück. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Neulich von einer Bekannten auf die Frage angesprochen, wie weit denn meine Kurzgeschichte sei, antwortete ich ihr, die Rohfassung sei soweit fertig, aber ob ich die ganze Überarbeiterei bis zum Einsendeschluss schaffe, wisse ich noch nicht. Daraufhin fragte sie mich, ob ich denn dann wenigstens die Rohfassung zum Wettbewerb einschicken würde. Schaudernd wich ich zurück. Versenden? Eine Rohfassung? Niemals! Sie schaute mich ein wenig unverständlich an, nicht wissend, was denn so schlimm daran sei, eine nicht hundertprozentig feingearbeitete Geschichte zu verschicken. Es ginge doch in erster Linie um die Idee. Dafür hätte ein Verlag, eine Agentur, der Ausrichter eines Wettbewerbs doch bestimmt Verständnis.</p>
<p>Tja, das ist leider ein fundamentaler Irrtum. Ein Verlag, eine Agentur oder der Ausrichter eines Wettbewerbs haben weder die Zeit noch die Lust, sich um unfertige Projekte zu kümmern. Auf ihren Internetseiten <em>flehen </em>die Anbieter die Autoren geradezu an, ihre Manuskripte bzw. Leseproben doch bitte erst dann einzuschicken, wenn man wirklich überzeugt sei, einen Text so gut ausgearbeitet zu haben, dass man kein Verbesserungspotenzial mehr sehe. Mit bloßen Ideen oder Rohfassungen anzukommen kann man sich leisten, wenn man als Autor fest im Sattel sitzt und quasi zusammen mit dem Lektor eines Verlages oder seinem Agenten ein Buch von der Idee an entwirft.</p>
<p>Und zweitens: Eine Rohfassung hat nichts mit &#8222;nicht hundertprozentig feingearbeitet&#8220; zu tun, denn eine Rohfassung ist meilenweit davon entfernt, auch nur <em>halbfertig </em>zu sein. Aber, um ein wenig mehr Licht ins Dunkel zu bringen, wenden wir uns doch mal der Frage zu: Was ist das eigentlich, eine Rohfassung?</p>
<p>Eine Rohfassung geht erheblich weiter als ein Plot, welcher nur ein Grundgerüst, eine Sammlung von Gedanken, Charakteranalysen und Schauplatzbeschreibungen darstellt. Eine Rohfassung enthält bei mir bereits strukturiert und überwiegend ausformuliert die gesamte Geschichte in kausal miteinander verknüpften und aufeinander abfolgenden Szenen. Sämtliche Figuren und Schauplätze kommen vor, Dialoge sind vorhanden und teilweise lässt sich eine Rohfassung schon lesen, wie das fertige Manuskript. Aber eben nur teilweise. Beim Schreiben einer Rohfassung achte ich nicht auf Perfektion. Ich schreibe einfach, wie mir die Gedanken in den Sinn kommen. Manchmal so schnell, dass ich ganze Wörter oder Halbsätze auslasse, nur um schneller weiter zum nächsten Satz zu kommen, bevor ich ihn wieder vergesse.</p>
<p>Rechtschreibung, Wortwahl, Satzbau, Zeichensetzung spielen keine Rolle. Mitunter lasse ich auch ganze Dialoge weg. Figuren, die noch keine Namen haben, werden &#8222;Bla&#8220; oder &#8222;Schnick&#8220; genannt. Szenen reißen mitten im Satz ab, ergänzt von einem Klammerzusatz, in dem steht &#8222;Hier muss noch etwas hin&#8220; oder &#8222;Darüber muss ich mir noch Gedanken machen&#8220;. Auch Absätze, in denen zehnmal hintereinander das gleiche Verb oder Adjektiv gebraucht wird, kommen vor. Manchmal schreibe ich auch den gleichen Absatz oder Dialog mehrmals hintereinander, mit unterschiedlicher Satzstellung oder alternativen Formulierungen, um mir später Gedanken darüber zu machen, welche Variante mir am besten gefällt oder der Geschichte am besten dient.</p>
<p>Es kommt mir also beim Erstellen der Rohfassung zunächst nur darauf an, die Geschichte aus mir herauszulassen, egal wie. Mir über Formulierungen, Stil, Dialogdetails usw. Gedanken zu machen, hat Zeit für die vielen Zyklen der Überarbeitung, wenn der innere Lektor eingeschaltet und jeder einzelne Satz an den Marterpfahl der Kritik gestellt wird.</p>
<p>Ich denke, daraus wird klar, dass eine Rohfassung eine reine Autorenfassung ist und ebensowenig etwas in der freien Wildbahn zu suchen hat, wie ein neues Auto, das zuerst nur als Holz- oder Tonmodell existiert. Erst dann, wenn es zumindest den Erlkönigstatus erreicht hat, wird ein Auto erstmals in der Realität auf seine Praxistauglichkeit getestet und hie und da von aufmerksamen Journalisten erspäht. Ihr kennt vielleicht diese merkwürdigen Fotos, meistens etwas unscharf, von seltsam verkleidet aussehenden unbekannten Autos, die irgendwo in den verschneiten schwedischen Wäldern aufgenommen wurden. Übertragen auf eine Geschichte wäre das Erlkönigstadium dasjenige, zu dem erste Testleser die Story in die Finger gedrückt bekommen, verbunden mit der Aufforderung, ein Brauchkarkeitsurteil abzugeben. Mit Holzmodellen sollte man jedoch keinen Testleser und erst recht keinen Verlag, Agenten oder Ausrichter eines Literaturwettbewerbes behelligen.</p>
<p>Schöne Pfingsten wünscht<br />
Euer</p>
<h2><em>Schreiberlein</em></h2>
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		<title>Von Exposés und Leseproben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Detlef Köhne]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 14 Aug 2006 07:08:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Versetzen Sie sich mal zurück in Ihre Schülerzeit und stellen Sie sich vor, Sie seien wieder zwölf Jahre alt. Falls Sie tatsächlich gerade zwölf Jahre alt sind, während Sie dies lesen, umso besser, dann brauchen Sie nicht so viel Phantasie einzusetzen. Und falls es schon zu lange her ist, um sich noch daran zu erinnern: [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Versetzen Sie sich mal zurück in Ihre Schülerzeit und stellen Sie sich vor, Sie seien wieder zwölf Jahre alt. Falls Sie tatsächlich gerade zwölf Jahre alt sind, während Sie dies lesen, umso besser, dann brauchen Sie nicht so viel Phantasie einzusetzen. Und falls es schon zu lange her ist, um sich noch daran zu erinnern: das ist die Zeit, in der man ungefähr in die fünfte oder sechste Klasse geht, okay? Sind Sie soweit? Gut! Dann malen Sie sich folgende Szene aus:</p>
<p><em>Es ist Montagmorgen und eine Doppelstunde Mathematik steht ins Haus. Sie hatten am Wochenende mal wieder besseres zu tun, als Ihre Hausaufgaben zu erledigen und stehen mit leeren Händen da, als der Mathelehrer nach den Rechenaufgaben fragt. Doch, nein! Nicht mit ganz leeren Händen, denn Sie haben sich eine großartige Ausrede einfallen lassen! Eine ausgeklügelte Story mit einem Haufen an Argumenten. Eine ganz und gar überzeugende Geschichte. Und Sie haben Zeugen! Zeugen, die Ihnen ein hieb- und stichfestes Alibi verschaffen! Und Ihre Darstellung wird über jeden Zweifel erhaben sein &#8230;</em></p>
<p><span id="more-42"></span></p>
<p><em>Als der Mathepauker schließlich mit zweifelndem Augenaufschlag und leicht ironischem Lächeln in den Mundwinkeln vor Ihnen steht, den Arm voller Hausaufgabenhefte, und fragt: &#8222;Und, David? Bekomme ich heute von dir zur Abwechslung auch mal wieder etwas zu sehen?&#8220;, legen Sie im Brustton der Überzeugung los. &#8222;Also, das war so, Herr Miesmann, meine kleine Schwester und ihr Hund haben &#8230;&#8220;</em></p>
<p><em>An dieser Stelle unterbricht Herr Miesmann das erste Mal. &#8222;Mach&#8217;s kurz, David&#8220;, seufzt er und schaut mit verdrehten Augen zur Decke.</em></p>
<p><em>Sie setzen noch einmal neu an. &#8222;Ja, also meine kleine Schwester und ihr Hund haben &#8230;&#8220;</em></p>
<p><em>&#8222;Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit&#8220;, unterbricht Miesmann erneut und trommelt mit den Fingern der Linken ungeduldig einen Marsch auf dem Heftstapel in seinem Arm.</em></p>
<p><em>&#8222;Aber Sie werden nicht verstehen, wenn Sie nicht die ganze Geschichte &#8230;&#8220;, jammern Sie verzweifelt.</em></p>
<p><em>&#8222;Beschränk dich aufs Wesentliche und komm zum Punkt&#8220;, beharrt der unnachgiebige Pauker.</em></p>
<p><em>&#8222;Also da war dieser Hund &#8230; nein, es war die Sendung im Fernsehen, die mich abgelenkt &#8230; und meine Kumpels haben &#8230;&#8220;</em></p>
<p><em>&#8222;Kürzer&#8220;, bellt Miesmann.</em></p>
<p><em>Betreten starren Sie auf Ihre Hände, die auf dem Schulpult liegen und vorsorglich schon mal zum Gebet gefaltet sind. &#8222;Keine Lust gehabt&#8220;, gestehen Sie kleinlaut.</em></p>
<p><em>&#8222;Na bitte, geht doch&#8220;, sagt Herr Miesmann befriedigt und kritzelt mit seinem gefürchteten Rotstift eine Bemerkung in sein noch gefürchteteres Vormerkbüchlein.</em></p>
<p>Tja, so oder so ähnlich kann man sich den Versuch vorstellen, 640 (Norm)seiten einer verzweigten Story in drei Seiten zu pressen.</p>
<p>Monatelang habe ich getüftelt und gefeilt, Dialoge, Konflikte, Gags, Schauplätze, Handlungen und Nebenhandlungen ausgearbeitet und feingeschliffen. Und jetzt muss ich das alles vergessen, denn es geht darum, einem Lektor in einer Zusammenfassung von wenigen Seiten Argumente dafür zu liefern, warum er die Geschichte kaufen soll. Der Insider hat es längst erkannt und der Unbedarfte aufgrund der Überschrift dieses Artikels messerscharf darauf geschlossen: Richtig, die Rede ist vom Exposé.</p>
<p>Ein Exposé ist gleichsam ein Verkaufsprospekt, ähnlich, als würde man versuchen, eine Eigentumswohnung zu verkaufen. Ein grober Abriss über Konzeption und Struktur des Textes, eine Liste mit Kurzbiografien der Figuren und ein auf das Wesentliche reduzierter Überblick über die Handlung, das ist es, was bei einem Exposé gefragt ist. Es geht nicht darum, die Blumigkeit und Elegantheit des Textes in die Zusammenfassung zu transportieren, sondern darum, einen Überblick darüber zu geben, was tatsächlich passiert und sich dabei auf die Kernaussagen zu beschränken.</p>
<p>Nicht minder knifflig ist die Liste mit den Personen. Personenliste? Kein Problem, mag man denken. Aber es geht nicht nur um eine reine Aufzählung, sondern (zumindest bei den Hauptfiguren) auch um die Frage, was treibt die Figuren eigentlich an? Was ist ihre Motivation und wie entwickeln sie sich im Lauf der Geschichte? Jetzt zahlt es sich aus, wenn man vorher beim Konzept gründlich gearbeitet hat und von all den Figuren ohnehin schon ausführliche Biografien vorliegen. Die muss man dann &#8222;nur noch&#8220; komprimieren und schon &#8230;</p>
<p>Ist alles nur Lehrbuchwissen, ich weiß. Ich habe auch keine Ahnung, ob ich ein guter Exposéschreiber bin, aber eines weiß ich: Es ist verdammt schwierig. Wenn sich ein Projekt seinem Ende nähert, muss man sich jedoch irgendwann damit auseinandersetzen, denn ist das Exposé nicht gut, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Lektor überhaupt mit der Leseprobe befasst, gegen Null. Es lohnt sich also allemal, in das Exposé genauso viel Mühe und Fleiß zu stecken, wie in den Romantext.</p>
<p>Ach ja, apropos Leseprobe. Dazu wollte ich ja laut Überschrift auch noch was sagen. Ach, mache ich beim nächsten Mal. Sonst wird der Artikel wieder so lang. &#8222;Kürzer!&#8220;, würde Lehrer Miesmann sagen &#8230; </p>
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		<title>zum guten Schluss</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Detlef Köhne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 May 2006 11:57:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Zu welcher Art Ende-Mensch gehören Sie? Nein, nein, ich meine damit keine bevorzugte Suizidmethode und auch nicht, ob Sie sich ein Totenhemd mit oder ohne Rüschen wünschen oder auf was für einer Art Papier Ihr Testament gedruckt werden soll. Ich meine das mehr im Sinne von Ausklang: Verlängerung bis zum Abpfiff oder sudden death? Umdrehen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.dastapfereschreiberlein.de/2006/05/28/zum-guten-schluss/">zum guten Schluss</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dastapfereschreiberlein.de">Das tapfere Schreiberlein</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Zu welcher Art Ende-Mensch gehören Sie? Nein, nein, ich meine damit keine bevorzugte Suizidmethode und auch nicht, ob Sie sich ein Totenhemd mit oder ohne Rüschen wünschen oder auf was für einer Art Papier Ihr Testament gedruckt werden soll. Ich meine das mehr im Sinne von <em>Ausklang</em>: Verlängerung bis zum Abpfiff oder sudden death? Umdrehen und einschlafen oder Nachspiel?</p>
<p>Wie so oft, lassen sich Menschen bei solchen Fragen in zwei Kategorien einteilen. Während die einen nach der Kinovorstellung, noch bevor das Licht angeht, aus den Sitzen springen und U-Bahn oder Taxistand zustreben, bleiben die anderen bis zur letzten Zeile des Abspanns hocken und diskutieren anschließend an der Bar beim gemeinsamen Bier die Leistungen der einzelnen Darsteller und die Qualität der Special Effects &#8230; Während die einen nach Abgabe ihrer Klausurarbeiten bis zur Rückgabe nichts mehr davon hören wollen, sprechen die anderen nach der Stunde gerne Punkt für Punkt die Aufgaben nochmal durch und vergleichen ihre Lösungen (so, wie es auch Hermine tun würde <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.0.3/72x72/1f600.png" alt="😀" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> ).</p>
<p>Genauso unterschiedlich sind die Gepflogenheiten oder Wünsche der Leute am Schluss einer Geschichte, egal, ob Buch oder Film.</p>
<p><span id="more-36"></span>Der direkte Typ wünscht es sich folgendermaßen: Der Mörder wird gefasst, ausblenden, Ende. Nächstes Buch.</p>
<p>So hätte man beispielsweise James Camerons &#8222;Titanic&#8220; auch wie folgt enden lassen können: Das Schiff ist gesunken; Rose überlebt auf dem Trümmerstück treibend; sie befreit sich aus dem kalten Griff des erfrorenen Jack, wird gerettet und lebt glücklich bis an das Ende ihrer Tage. Vorhang.</p>
<p>Doch Cameron hat ein anderes, ein erweitertes Ende gewählt: Er lässt die &#8222;Carpathia&#8220; mit den Überlebenden in New York ankommen, berichtet uns, was aus Cal Hockley geworden ist, zeigt uns in Rose&#8216; Kabine auf der &#8222;Keldysh&#8220; mit einem geschickten Kameraschwenk über die Fotos aus ihrem Leben, dass sie sich die mit Jack gesponnenen Träume erfüllt hat (Achterbahnfahren, Brandungsreiten usw.) und er lässt zu guter Letzt die greise Rose den dicken Diamanten zu Jack in die Fluten feuern &#8230;</p>
<p>Als Zuschauer verleiht mir das das gute Gefühl, die <em>ganze </em>Geschichte gesehen bzw. erzählt bekommen zu haben und damit ist auch schon klar, dass ich mich zum zweiten Ende-Typ zähle, nämlich zu dem, der zum guten Schluss eine gewisse&#8230; naja, <em>Chillout-Phase</em> schätzt: Der Zenit der Geschichte ist überschritten, der Mörder gefasst, aber man möchte bitteschön noch wissen, was aus dem Hund des Opfers geworden ist. Sprich: Alle Erzählstränge sollen in Ruhe zu Ende gebracht werden.</p>
<p>Am Schluss meiner eigenen Geschichte &#8222;Heinrich Töpfer &#8211; Bitte nicht rütteln&#8220; habe ich genau diesen Ansatz verfolgt, nach dem Finale die offenen Fragen geklärt und alle Fäden zu Ende gesponnen. Bis jetzt hatte dieses Schlusskapitel auch sämtlichen Überarbeitungen standgehalten und es gefiel mir so wie es war. Aber die letzte Überarbeitungsrunde stand unter dem Titel &#8222;<a title="interner Link: Kurz und knapp: Die Selbstkasteiung" href="http://www.dastapfereschreiberlein.de/2006/01/16/kurz-und-knapp-die-selbstkasteiung/">Kurz und knapp</a>&#8222;, erinnern Sie sich noch? Ich schrieb damals &#8222;Lasse alles Entbehrliche weg und sag das Notwendige nur einmal.&#8220;</p>
<p>Vor jeder Überarbeitung mache ich mir im Konzept einige Notizen, mit denen ich die Schwerpunkte festhalte, an denen sich der Überarbeitungsschritt orientieren soll oder ich halte ein paar Fragen fest, anhand derer der Text gecheckt wird. So auch dieses Mal. Zum Thema Tempo steht in meinen Arbeitsnotizen folgendes:</p>
<blockquote><p>Das Tempo der Geschichte wird rasanter, wenn der Einstieg in eine Szene direkt ist und (sich steigernde) Konflikte bietet.</p></blockquote>
<p>Und zum Thema Monologe (gemeint sind Betrachtungen aus der Gedankenwelt des Protagonisten):</p>
<blockquote><p>Monologe dürfen nicht zu lang werden oder zu sehr in philosophische Betrachtungen abschweifen und den Leser langweilen.</p></blockquote>
<p>Das sind nur zwei von vielen Stichpunkten, die mir für die fünfte Überarbeitung wichtig waren.</p>
<p>Um diese Notizen mit Leben zu füllen, nahm ich mir Kapitel für Kapitel des Manuskriptes vor, gliederte die Szenen und brachte Markierungen am Rand an. Eine spannende Stelle wurde mit einem &#8222;S&#8220; markiert. Eine Stelle, die Erwartungen schürt, mit einem &#8222;E&#8220; und eine Stelle, die einen Konflikt bietet, mit einem &#8222;K&#8220;. Keine Seite der Geschichte sollte am Ende ohne mindestens eine solche Markierung dastehen. Und das führte, in Bezug auf den von mir gewählten Schluss, zu einem Problem, denn zwischen dem Höhepunkt und dem definierten zeitlichen Endetermin liegen ca. zwei Monate Zeit, in denen nicht mehr wirklich viel passiert. Und was bedeutet das für meine Markierungen? Richtig. Über mehrere Seiten hinweg zierte meine Anmerkungen nicht die Spur eines &#8222;K&#8220; oder wenigstens eines &#8222;E&#8220; und erst recht keines &#8222;S&#8220;.</p>
<p>Folglich musste hier das Messer angesetzt werden, auch wenn&#8217;s schwer fiel. Die Krux liegt halt darin, möglichst zügig zum Ende zu kommen, um den Leser nicht zu langweilen, aber ihm dabei keine Informationen vorzuenthalten. Einiges an Inhalten konnte ich zeitlich vorverlagern, anderes musste aber tatsächlich wegfallen. Um manches tut es mir leid, um anderes weniger, aber wie ich (sinngemäß) <a title="interner Link: Kurz und knapp: Die Selbstkasteiung" href="http://www.dastapfereschreiberlein.de/2006/01/16/kurz-und-knapp-die-selbstkasteiung/">schon mal schrieb</a>:</p>
<blockquote><p>Eine Szene darf ihre Daseinsberechtigung nicht nur aus der Tatsache ableiten, dass sie hübsch ist oder einen originellen Einfall enthält. Eine Infomation, die nicht tatsächlich wichtig ist, ist entbehrlich.</p></blockquote>
<p>Und so habe ich ja wenigstens ein paar gelöschte Anekdötchen, mit der ich die Wiederaufnahme des Fadens bei einer (möglichen) Fortsetzungsgeschichte anreichern kann. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/15.0.3/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.dastapfereschreiberlein.de/2006/05/28/zum-guten-schluss/">zum guten Schluss</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dastapfereschreiberlein.de">Das tapfere Schreiberlein</a>.</p>
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		<title>Harry Potter 6 und die Folgen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Detlef Köhne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Aug 2005 05:23:31 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Biographien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vor einigen Tagen ist &#8222;Harry Potter und der Halbblutprinz&#8220; erschienen. Klar, dass ich mir den sofort kaufen und lesen musste. Und ebenso klar war eigentlich, dass das unversehens zu Problemen für die Fortsetzung meiner Arbeit führen würde. Viele der Locations und Personen des Originals kommen in parodierter Form auch in meinem Text vor. Ist ja [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.dastapfereschreiberlein.de/2005/08/14/harry-potter-sechs-und-die-folgen/">Harry Potter 6 und die Folgen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.dastapfereschreiberlein.de">Das tapfere Schreiberlein</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Tagen ist &#8222;Harry Potter und der Halbblutprinz&#8220; erschienen. Klar, dass ich mir den sofort kaufen und lesen musste. Und ebenso klar war eigentlich, dass das unversehens zu Problemen für die Fortsetzung meiner Arbeit führen würde.</p>
<p>Viele der Locations und Personen des Originals kommen in parodierter Form auch in meinem Text vor. Ist ja klar. Wie soll man sonst etwas parodieren? Dann, nachdem man sich sehr intensiv mit den parodierten Charakteren und Schauplätzen auseinandergesetzt hat, plötzlich eine neue Geschichte aus der Originalwelt des Harry Potter zu lesen, ist echt erst mal irritierend. Noch schwieriger ist es, danach in seinen eigenen Text wieder hineinzufinden. Charaketere und Schauplätze des Originals haben sich möglicherweise in andere Richtungen entwickelt, als meine parodierten Pendants. Davon unbeeindruckt zu bleiben und die eigenen Figuren konsequent so weiterzuentwickeln, wie es ursprünglich gedacht war, ist das eigentliche Problem und gar nicht so leicht.</p>
<p>Ausgerechnet jetzt steht zu allem Überfluss eine Überarbeitungsphase an, in der ich mich intensiv um die Charakterbeschreibungen und die Schauplätze kümmern wollte. Beides ist wichtig, da ich festgestellt habe, dass es da in einigen Punkten noch an Lebendigkeit in meiner eigenen Vorstellung fehlt. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich in <em>meinem </em>Potter-Universum wieder richtig zurechtgefunden habe. Mittlerweile stehen meine Charakterbeschreibungen und Biographien und ich bin zufrieden. Zumindest, was die Beschreibung im Konzept angeht. Fehlt noch die Umsetzung im Manuskripttext. Aber ich habe ja noch ein paar Wochen Urlaub&#8230; </p>
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		<title>Ein erstes Konzept entsteht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Detlef Köhne]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Mar 2005 11:41:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Das Konzept zum ersten Heinrich Töpfer Band entstand mehr oder weniger aus der Luft. Zunächst war mir die Tatsache, dass ich gerade ein Konzept erstellte, gar nicht klar. Der grundsätzliche Handlungsablauf war in meinem Kopf entstanden. Ebenso wie einige Ankerpunkte, die Wendungen in der Geschichte beinhalteten. Ich hatte mir ein Flipchart gekauft, um auf großen [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Das Konzept zum ersten Heinrich Töpfer Band entstand mehr oder weniger aus der Luft. Zunächst war mir die Tatsache, dass ich gerade ein Konzept erstellte, gar nicht klar. Der grundsätzliche Handlungsablauf war in meinem Kopf entstanden. Ebenso wie einige Ankerpunkte, die Wendungen in der Geschichte beinhalteten.</p>
<p>Ich hatte mir ein Flipchart gekauft, um auf großen Papierbogen übersichtlich einige Abläufe skizzieren zu können und Ideen festzuhalten. An der Wand hingen einige weitere Papierbogen, auf denen ich mit Pappkarten eine Art Storyline entwarf. Das Wohnzimmer wurde mit einer Unmenge Notizzetteln geflutet.</p>
<p>Schon bald erkannte ich die Notwendigkeit, die vielen Notizen, Entwürfe und Ideen zentral zu sammeln und &#8211; voilà, das Grundgerüst eines Konzeptes entstand. In einem Worddokument fasste ich alles bisher Entstandene zusammen.</p>
<p>Dann machte ich mir Gedanken über die Charaktere. Wer, abgesehen von Heinrich Töpfer, sollte in der Geschichte eine Rolle spielen? Was für Figuren würde ich brauchen, um meinem Hauptcharakter bei seinen Erlebnissen zur Seite zu stehen? Und, fast noch wichtiger: Welche Figuren würde ich brauchen, um ihm bei der Lösung seiner Probleme <em>hinderlich</em> zu sein? Welche Figuren der Vorlage (&#8222;Harry Potter und der Stein der Weisen&#8220;) waren in parodierter Form geeignet, meine Anforderungen zu erfüllen und welche waren entbehrlich?</p>
<p>In einer Art Thesaurus erstellte ich parodierte Entsprechungen zu allen möglichen Personen, Orten, Begebenheiten und Eigennamen aus der Original-Vorlage. Auch eine gründliche Analyse und Zusammenfassung der Handlungsschwerpunkte des Originals war fällig.</p>
<p>Schließlich entstand aus der groben Storyline ein erster Handlungsentwurf, der bereits eine Kapitelgliederung, eine Zeitschiene, Angaben über Spannungselemente und den Verlauf des zentralen Konflikts enthielt. Die Vorstufe zur Rohfassung! </p>
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		<title>Am Anfang von allem steht die Idee</title>
		<link>https://www.dastapfereschreiberlein.de/2005/02/27/am-anfang-von-allem-steht-die-idee/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Detlef Köhne]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Feb 2005 13:54:07 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wo fängt man an, wenn man über die Entstehung eines Manuskriptes schreiben will? Bei der Idee? Beim Konzept oder dem zentralen Handlungsentwurf? Irgendwo mittendrin? Ich weiß es auch nicht, zumal es schwierig ist, darüber heute zu philosophieren; Monate nach der eigentlichen Entstehung der Idee. Ich lese häufig in allen möglichen Internetforen von Menschen, die gerne [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wo fängt man an, wenn man über die Entstehung eines Manuskriptes schreiben will? Bei der Idee? Beim Konzept oder dem zentralen Handlungsentwurf? Irgendwo mittendrin? Ich weiß es auch nicht, zumal es schwierig ist, darüber <em>heute</em> zu philosophieren; Monate nach der eigentlichen Entstehung der Idee.</p>
<p>Ich lese häufig in allen möglichen Internetforen von Menschen, die gerne schreiben. Viele tun das, indem sie sich an ein leeres Blatt Papier setzen (bzw. eine leere Word-Seite aufrufen) und anfangen zu schreiben. Fast immer geht das schief. Einige Beiträge später liest man im selben Forum von den gleichen Leuten, dass sie es wieder aufgegeben oder etwas neues angefangen haben, was kurz darauf erneut scheitert.</p>
<p>Von mir wurde noch nie eine Geschichte veröffentlich, insofern wäre es äußerst anmaßend, wenn ich behauptete, genau zu wissen, wie der Hase läuft. Aber ich bin ziemlich sicher, dass man, um einigermaßen Sicherheit zu gewinnen, überhaupt eine komplexe Geschichte zu einem Ende zu führen, um ein ausgearbeitetes Konzept nicht herumkommt. Und vor dem Konzept steht die Idee.</p>
<p><span id="more-21"></span>Natürlich spricht nichts dagegen, erst einmal drauf los zu schreiben, um mit sich klar zu werden, was man überhaupt schreiben möchte. Die Idee zu meinem eigenen derzeitigen Projekt ist durch die Lektüre zweier Bücher entstanden. Es handelte sich um zwei Parodien aus dem Harry Potter-Universum. Beide fand ich&#8230; naja&#8230; eher eingeschränkt gelungen. Daraus erwuchs mein Plan, es selbst einmal damit zu versuchen. Voll des überbordenden Selbstbewusstseins dachte ich mir, mit einer Vorlage wie der Potter-Welt, müsse etwas von höherer Qualität zu produzieren sein, als diese beiden voriegenden Werke. Ob dieses Selbstbewusstsein berechtigt oder Fehl am Platz war, werden irgendwann einmal die Lektoren oder, wenn ich ganz viel Glück habe, die Leser entscheiden.</p>
<p>Die Idee war also geboren: Eine Harry Potter-Parodie sollte es werden, vielleicht mit einem Schuss Satire. Mein Hauptdarsteller war ebenfalls schnell gefunden. Schon bei vielen Gesprächen mit Freunden hatten wir häufig scherzhaft von Heinrich Töpfer gesprochen, wenn wir uns über das Potter-Universum unterhalten haben. Warum also nicht eine Verwechslungsgeschichte mit einem Jungen, der Heinrich Töpfer heißt?</p>
<p>Mit diesen Eckpfeilern stehen einige wichtige Ausrichtungen der Geschichte bereits fest: Es wird sich um eine lustige Geschichte handeln, die lose im Harry Potter-Universum aufgehängt ist und sich der Elemente des klassischen Dramas bedient. Sprich: Eine Hauptfigur (Heinrich Töpfer) gerät, bedingt durch die erwähnte Verwechslung in ein Dilemma, das Dilemma steigert sich zum Konflikt, spitzt sich zu zum Drama und auf dem Höhepunkt des Dramas wird der Konflikt gelöst. Soweit das Grundgerüst.</p>
<p>Sobald man mal die Sicherheit gewonnen hat und die Idee sich verfestigt, kommt man m. E. um ein vernünftiges Konzept nicht herum. Was gehört alles in ein Konzept? Dazu später mehr&#8230; </p>
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