Besinnliches zum Palmsonntag

Palmsonntag. Und der Rat der Stadt Köln genehmigt einfach einen verkaufsoffenen Sonntag! Zum Verdruss der Christenheit. Tststs. Wie? Ist der Palmsonntag etwa kein Grund zur religiösen Einkehr? Schließlich ist am Palmsonntag unser Herr Jesus Christus, auf einem Esel reitend, in Jerusalem eingezogen! Halleluja! Haltet ein in eurem kapitalistischen Treiben und preiset den Herrn! 

Andererseits… Am Palmsonntag ist auch der Große Schlumpf, auf einer Teekanne fliegend, in Schlumpfhausen eingezogen, hat Sarsaparille verkauft und so die Tradition der verkaufsoffenen Sonntage begründet. Halleluja! Fahrt fort in eurem kapitalistischen Treiben, kauft Sarsaparille und preiset den Großen Schlumpf! Und natürlich auch den Unglaublichen Hulk, der am Palmsonntag sackhüpfend in New York einzog und auf dem Time Square den ersten Breakdance aufführte! Halleluja! Tanzt und preiset den Unglaublichen Hulk! Und Karl Napp,  der am Palmsonntag, sich die Kimme kratzend, in sein Wohnzimmer einzog, eine Literdose Faxe exte und alle drei Strophen der Nationalhymne rülpste! Halleluja! Trinkt Bier und preiset Karl Napp! Und… Mann, ist Religion dämlich! 

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Bundesverfassungsgericht erlaubt Kopftücher in der Schule

Ausschnitt LeserbriefLetzten Freitag als Leserbrief im Kölner Stadtanzeiger, heute ungekürzt im Schreiberlein-Blog: Mein Kommentar zum neuen Kopftuchurteil des Bundesverfassungsgerichts

 

Das höchste Deutsche Gericht erlaubt nach neuester Rechtsprechung das exponierte Zurschautragen religiöser Symbolik an Deutschen Schulen und unterminiert damit den Ansatz werteneutraler Unterrichtung unserer Kinder in Fragen der Ethik und Weltanschauung. Und es schwächt weiter die ohnehin völlig unzureichende und allenfalls in Ansätzen vorhandene Trennung zwischen Staat und Religion und befeuert deren unseligen Wettbewerb. Sehen wir künftig auch wieder Kruzifixe in den Klassenzimmern? Kreuze um die Hälse von Lehrern? Ordenstrachten? Priestergewänder? Zeigt her euren Glauben, sagt das Urteil des Verfassungsgerichts, versteckt ihn nicht, drängt ihn euren Schutzbefohlenen auf, sie können sich nicht wehren!

Überhaupt verstärkt sich bei mir der Eindruck, nicht nur unsere Gerichte, sondern auch Politik und Medien überböten sich gegenseitig in dem Bemühen, den Religionsgemeinschaften größtmögliches Wohlwollen entgegenzubringen. Rücksichtnahme und political correctness über alles. Da hat man beim Aufschlagen des Stadtanzeigers schon mal das Gefühl, ein theologisches Mitteilungsblatt in den Händen zu halten und kein weltlich orientiertes Nachrichtenjournal. Da geht mit Köln-TV ein neues, angeblich modernes Regionalfernsehen an den Start und brüstet sich damit, regelmäßig den katholischen Gottesdienst zu übertragen, und zwar live! Wie innovativ, wie modern, wie zukunftsweisend! Da genehmigt der Rat der Stadt Köln einen verkaufsoffenen Sonntag am Palmsonntag und entschuldigt sich dafür. Warum? Ist der Rat der Stadt den hunderttausenden Atheisten, Konfessionslosen und Humanisten in Köln nicht ebenso verpflichtet wie dem sich aufregenden Klerus? Danke, liebe Ratsherren, sage ich, entschuldigt euch nicht dafür! Zigtausende Kölner werden sich über den verkaufsoffenen Sonntag freuen!

Schafft es das ach so bewahrenswerte „Abendland“ auch im vierten Jahrhundert seit Anbruch der Aufklärung nicht, dem radikalen, rückständigen, intoleranten und frauenverachtenden Islam etwas anderes entgegenzusetzen als das im Kern ebenso radikale, rückständige, intolerante und frauenverachtende Christentum?

Ich stimme der Leserbriefschreiberin Frau Gudrun Nositschka im Stadtanzeiger ausdrücklich zu in ihrer Beurteilung, dass das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte schleunigst angefochten gehört! Ebenso unterstütze ich ausdrücklich die Bemühungen der Femenaktivistin Josephine Witt in ihrem Kampf gegen die Verurteilung durch das Amtsgerichts Köln wegen angeblicher Störung der Religionsausübung!

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Wieviel Religion verträgt die Kindererziehung?

Als Atheist und Verfechter einer gewaltlosen und freigeistigen Gesellschaft kann ich darauf nur antworten: Überhaupt keine. Wirklich interessant fand ich in dem Zusammenhang die Aussage des Familienberaters Jan-Uwe Rogge im Magazin des Kölner Stadtanzeigers vor einigen Tagen, der zum Thema Lügen in der Kindererziehung sagte, die Grenze für kleine Tricks sei überschritten, wenn den Kindern Angst gemacht werde, oder sie mit Konsequenzen zum Beispiel einer Hyperinstanz bedroht würden (“Gott sieht alles!”).

Dem kann ich nur beipflichten, und in diesem Zusammenhang die Frage aufwerfen, wie das Ideal einer gewaltlosen und angstfreien Kindererziehung eigentlich mit der sogenannten religiösen Früherziehung in unseren Schulen und Kindergärten in Einklang zu bringen ist.
Nicht nur der jüngst vielzitierte Koran, nein, auch die Bibel trieft von Blut und Gewalt. Da wird im Namen des Herrn gemordet, geschändet, vergewaltigt, gefoltert, es wird vertrieben, verstümmelt, verbrannt, ganze Städte und Völker werden ausgelöscht. Spätestens ab der Grundschule, mitunter auch schon im Kindergarten trichtert man den Kindern bösartige Geschichten über einen bedrohlichen, alles Leben beobachtenden und kontrollierenden Gott ein, und droht ihnen bei Verstößen gegen eine fragwürdige Moral mit schrecklichen Konsequenzen, mit göttlicher Vergeltung, Rache, Erbsünde und mit der Hölle.

Auf der einen Seite warnt man gerade zum Schutz der Kinder vor überzogener Gewaltdarstellung in Filmen und Videospielen, und konfrontiert sie auf der anderen Seite spätestens ab der Schule mit der ganzen Perversion der Gewaltexzesse in den sogenannten heiligen Schriften, ja, mehr noch, man zwingt sie mehr oder weniger im Gottesdienst oder dem Schulgebet unter einem Kruzifix, was letztlich nichts anderes ist als das möglichst realistisch gestaltete Bildnis eines krepierenden Menschen unter der bestialischen Marter der Kreuzigung, ihr Haupt zu senken und ihre Knie zu beugen; Gesten der Demut und der Unterwerfung unter eine höchst zweifelhafte himmlische Macht angesichts der Barbarei der Folter.

Diese überkommenen und altmodischen Irrlehren haben in der Kindererziehung nichts verloren! Wer unbedingt will, kann sich zu genüge mit den Religionen beschäftigen, wenn er alt genug dazu ist und selbst beurteilen kann, was davon er glauben will und was nicht. Machen wir endlich Ernst mit der Trennung von Kirche und Staat! Zur Vermittlung von Werten wie Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Verständnis, Gewaltlosigkeit, Empathie, Freundschaft, Liebe braucht niemand die Scheinwerte der Religionen, dazu genügen vollauf die wirklichen Werte des Humanismus!

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Dummheit oder Kalkül? Demonstrationsverbot in Dresden

Wie bekloppt muss man eigentlich sein, den #Pegida-Spacken mit einem Demo-Verbot wegen religiös motivierter Drohungen auch noch eine Bestätigung ihrer Daseinsberechtigung frei Haus zu liefern?

Man könnte schon fast argwöhnen, die latent rechtslastigen Sicherheitorgane und die ebenfalls latent rechtslastige sächsische Landesregierung wollten der schwächelnden Bewegung etwas unter die Arme greifen und eine Bühne bieten.

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